Sergei Wassiljewitsch Rachmaninow wurde am 1. April 1873 auf dem Landgut Semjonowo zwischen St. Petersburg und Moskau geboren. Mit vier Jahren erhielt er bereits Klavierunterricht von seiner Mutter. Mit neun Jahren kam er als Klavierschüler von Damjanski ans Petersburger Konservatorium wo er auch Unterricht in Musiktheorie und allgemeinbildenden Fächern erhielt. Auf Empfehlung seines Vetters Alexander Siloti ging er mit 14 nach Moskau und besuchte dort das Konservatorium, wo er ausser bei Siloti, auch bei Swerew, bei dem er wohnte, sowie Taneiew und Arensky studierte. Sein Studium schloß er 1891 mit einer großen Goldmedaille für "Aleko" im Fach "Komposition" ab. Während seines Moskauer Studiums freundete er sich mit Tschaikowsky an, der sein grosses Vorbild werden würde.
1892 entstand das Präludium in cis-Moll. Mit seiner spieltechnischen Einfachheit ist es eins der bekanntesten Werke der Spätromantik. Das Werk verschaffte ihm sofort Weltruhm und wurde, neben dem zweiten Klavierkonzert, seine bekannteste Komposition. Nach diesem Höhepunkt folgten einige Misserfolge und vernichtende Kritiken. Der schwermütige Rachmaninov stürzte in eine Krise. In dieser Phase entstand ab 1900 sein zweites Klavierkonzert. Es wurde in Moskau am 27. Oktober 1901 uraufgeführt. Siloti leitete das Orchester, Rachmaninov war am Klavier. Er widmete das Konzert seinem Arzt, Dahl, der seine Depression mittels Hypnose erfolgreich behandelte. Das Werk wurde bald zu einem der meistgespieltesten Klavierkonzerte der Gegenwart.
1902 heiratete Rachmaninov seine Cousine Natalja Alexandrowna Satina. Sie war Klavierschülerin am Moskauer Konservatorium gewesen, hatte grosses Verständnis für seinen Wunsch nach Entfaltung als Komponist und unterstützte ihn. Aus der Ehe gingen die Töchter Irina und Tatjana hervor. Nachdem sein Ruf als Komponist und Pianist wieder gefestigt war, machte Rachmaninov mehrere ausgedehnte Konzertreisen und wurde von 1904 bis 1906 Dirigent am Bolschoi Theater. Anschliessend ging die Familie nach Deutschland. Er kaufte ein Haus in Dresden am Trachenberger Platz. Dort entstanden die 2. Sinfonie op. 27, die 1. Klaviersonate op. 28 und die sinfonische Dichtung Die Toteninsel op. 29. 1909 ging er auf Tournee durch die USA. Zu diesem Zweck komponierte er sein 3. Klavierkonzert in d-Moll, ein Konzert, das ähnlich große Popularität wie das zweite erlangt hat.
Während des ersten Weltkrieges und der Oktoberrevolution war Rachmananinov in Russland. 1917 bekam er eine Einladung ein Konzert in Schweden zu geben. Er verließ Moskau und kehrte nie wieder heim. Nach Auftritten in Schweden und Dänemark erhielt Rachmaninow Angebote aus den USA. Er entschied sich gegen eine Angestelltenposition. Er trat als Pianist auf und wurde zu einem der begehrtesten und bestbezahltesten Virtuosen seiner Zeit. 1930 hatte er von Amerika genug und sehnte sich nach der europäischen Kultur und europäischen Gepflogenheiten. Er erwarb ein Ufergrundstück am Vierwaldstättersee und ließ eine Villa, die er Senar nannte, bauen. Senar stand für SErgei und NAtalia Rachmaninov. Er fand dort zum Komponieren zurück und schrieb 1934 sein letztes grosses Werk "Rhapsodie über ein Thema von Paganini". Das Werk wurde am 7. November 1934 in Baltimore mit Rachmaninow am Flügel und dem Philadelphia Orchestra unter Leopold Stokowski uraufgeführt.
Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verließ Rachmaninow Europa wieder und ging nach Amerika zurück. Er erwarb 1942 ein Haus in Beverly Hills. Die Konzertreisen in den 30er Jahren und sein Zigarettenkonsum hatten ihre Spuren bei ihm hinterlassen. Rachmaninow verstarb kurz vor seinem 70. Geburtstag am 28.3. 1943 an Lungenkrebs in Beverly Hills. Sein Wunsch, in Moskau auf dem Nowodewitschi-Friedhof beerdigt zu werden ging nicht in Erfüllung. Sein Grab mit einem grossen Orthodoxen-Kreuz befindet sich auf dem Kensico Cemetery in Valhalla, New York.

