Im Wagner-Jahr 2013 knüpft Soli Deo Gloria – Braunschweig Festival an eine sehr erfolgreiche Festival-Saison 2012 nahtlos an. Einmalige Musikprogramme und internationale Musiker prägen auch 2013 die dramaturgische Ausrichtung des Festivals in neun Konzerten und Opernaufführungen und sieben historischen Veranstaltungsräumlichkeiten im Braunschweiger Land. Musik von Bach bis zu Komponisten des 20. Jahrhunderts wird in szenischen Opernaufführungen, Sinfonieund Kammermusikkonzerten und Klavier-Recitals zu hören sein. Und dazu wird der Gründer deutscher Festival-Kultur, Komponist, Dirigent und Visionär, Richard Wagner, in einem Sonderkonzert dem ihm gebührenden Platz einnehmen und die programmatische und künstlerische Ausrichtung des Festivals bereichern. Eine Fortsetzung der erfolgreichen Reihe „Musik und bildende Kunst“ im Kontext mit Johann Sebastian Bach wird es auch 2013 mit international namhaften Künstlern aus den Genres Musik und Kunst geben.
Mit Mozart und einem der renommiertesten Regisseure wird der Festivalreigen 2013 im neu restaurierten und renovierten Wolfenbütteler Lessing-Theater eröffnet. Der Engländer, Regie-Altmeister und für viele Jahre Leiter des legendären Théâtre des Bouffes du Nord in Paris, Peter Brook, wird eine individuelle Sicht auf Mozarts „Die Zauberflöte“ präsentieren, die er 2010 zum Pariser-Abschied inszeniert hat. Ihm genügen sieben Sänger, ein Klavier und zwei Schauspieler. Das Bühnenbild ist so minimalistisch wie möglich gehalten: nur Bambusstangen, die den Raum gliedern und je nach Situation Kerkermauern, Tore, Gestrüpp oder Galgenbaum darstellen. Fantasievolle Theaterkunst, die dem Publikum viel Raum für eigene Interpretationen lässt. Folgerichtig heißt sie bei ihm „Eine Zauberflöte“. Brooks magischesspartanisches Theater der Bilder, Farben und Stimmungen wird gleich zweimal am 31. Mai und 1. Juni 2013 auf der Bühne des Lessing-Theaters Wolfenbüttel gegeben. 2011 wurde diese „Zauberflöte“, die in Norddeutschland 2013 nur bei Soli Deo Gloria zu erleben ist, mit dem „Molière“, Frankreichs bedeutendstem Theaterpreis, in der Kategorie beste Musiktheater-Produktion ausgezeichnet.
Soli Deo Gloria 2013 präsentiert russische Klaviertradition mehrerer Generationen. Den Anfang macht Konstantin Lifschitz, der für seine Bach-Interpretationen international gefeiert wurde. Am 2. Juni 2013 wird er im Bisdorfer Schafstall „Die Kunst der Fuge“ von Johann Sebastian Bach vortragen. In diesem Konzert gehen Musik von Bach und moderne Kunst eine Symbiose ein. Konstantin Lifschitz nimmt Bachs „Kunst der Fuge“ ganz intim. Die Vertrautheit, die er mit dem bachschen Material offenbart ist kennzeichnend für sein Spiel. Bach ist der wichtigste musikalische Wegbegleiter des 1976 in Russland geborenen Pianisten und Professors für Klavier an der Musikhochschule Zürich. Und dazu gesellt sich moderne Kunst des Konzeptkünstlers Andreas Slominski, der schon viele renommierte Auszeichnungen für seine Arbeiten erhielt. In seinen zahlreichen Ausstellungen finden sich Fahrräder, Windmühlen und gefundene Gegenstände und Materialien, die der Alltagswelt entnommen sind. Einfache, geläufige Handlungen werden durch ihn dekonstruiert und einer neuen Betrachtung zugeführt. So wird er zu Bachs „Kunst der Fuge“ eine Installation schaffen, die das Publikum beim Musikhören betrachten und seiner Fantasie freien Lauf lassen kann.
Es folgt am 5. Juni 2013 im Braunschweiger Altstadtrathaus das Klavierduo Evgeni Koroliov und Ljupka Hadzigeorgieva mit einem Konzert unter dem Motto „Musik einer Zeitenwende – das Jahr 1913“. Es ist ein Beitrag des Festivals zum Kulturprojekt der Stadt Braunschweig „1913 – zwischen Monarchie und Moderne“, das reichs- und landespolitische Bedeutung der Welfen/Hohenzollern-Hochzeit, nämlich des welfischen Thronprätendenten Ernst August von Hannover mit der Kaisertochter Victoria Luise von Preußen, im Kontext der Zeit präsentieren wird. Auf dem Programm steht virtuoseste Klavierliteratur aus dem Jahr 1913 von Prokofjew, „Sarkasmen“, Debussy, „Preludes“ und Strawinsky, „Le sacre du printemps“ (Uraufführung: 29. Mai 1913) in der Fassung des Komponisten für Klavier vierhändig. Die Klavier-Reihe beschließt am 7. Juni 2013 der unangefochtene Virtuose und zweifelsohne zu einem der größten Pianisten unserer Tage zählende Grigory Sokolov mit einem Recital auf der Bühne des Staatstheaters Braunschweig. Ganz gleich, ob er Raritäten oder All time favourites des klassischen Repertoires interpretiert, immer werden seine Konzerte zu besonderen Erlebnissen – so darf das Programm bis auf eine Ausnahme, Ludwig van Beethovens Klaviersonate Nr. 29 B Dur op. 106 – die sogenannte „Hammerklavier-Sonate“, auch bis fast zum Schluss geheim bleiben.
Ein Konzert für die ganze Familie steht am 9. Juni 2013 auf dem Rittergut Altenrode in der Nähe von Schladen auf dem Programm. Familien sind eingeladen zu einer musikalischen „Reise durch Europa“. Die Leipziger Blechbläsersolisten – Solisten des MDR-Sinfonieorchesters und des Leipziger Gewandhausorchesters – präsentieren ein für alle Altersstufen geeignetes Programm im reizvollen ländlichen Rahmen. Eine Moderation des Programms durch die Musiker, Kinderbetreuung für die Jüngsten und ein entsprechendes Catering-Angebot versprechen einen unterhaltsamen Nachmittag für die ganze Familie.
In der Stiftskirche Steterburg beginnt am 16. Juni 2013 eine Reihe mit drei namhaften internationalen Countertenören, die in den kommenden Jahren bis 2015 bei Soli Deo Gloria – Braunschweig Festival zu Gast sein werden. Den Anfang macht 2013 Jochen Kowalski. Unter dem Motto „Wo wohnt die Liebe?“ präsentiert das Programm Werke von Bach, Händel, Purcell und anderen Komponisten des Barock. Der Altus, der mit seinem ungewöhnlich vielseitigen Repertoire Publikum und Kritik gleichermaßen begeistert, ist nach 2007 ein zweites Mal bei Soli Deo Gloria zu Gast. Seinen jüngsten großen Erfolg feierte er 2012 bei den Salzburger Festspielen in Händels „Giulio Cesare“. Begleitet wird Kowalski dabei vom Jungen Barockorchester Berlin unter der Leitung von Daniel Trumbull.
2013 wird am 18. Juni im Kaiserdom Königslutter Sir John Eliot Gardiner, der mit Günther Graf von der Schulenburg Soli Deo Gloria 2006 gründete, ein Bach- und das Soli Deo Gloria-Abschlusskonzert dirigieren. Auf dem Programm stehen selten zu hörende Kompositionen, wie das Osteroratorium BWV 249 und das Himmelfahrtsoratorium BWV 11. Seit 2003 ist Gardiner bereits zehn Mal mit seinen Ensembles, dem Monteverdi Choir und den English Baroque Soloists, aufgetreten. Gardiner ist einer der vielseitigsten Dirigenten unserer Zeit. Er gilt als eine der Schlüsselfiguren in der Wiederbelebung der Alten Musik und ist der Gründer und künstlerische Leiter des Monteverdi Choir, der English Baroque Soloists und des Orchestre Révolutionnaire et Romantique. Neben Auftritten als Leiter seiner Ensembles tritt er regelmäßig als Gastdirigent der weltweit führenden Sinfonieorchester auf.
Ein besonderer Akzent und Höhepunkt ist der Auftritt eines der berühmtesten deutschen Klangkörper, der Sächsischen Staatskapelle Dresden unter der Leitung ihres noch neuen Chefdirigenten Christian Thielemann, der die Position mit Beginn der Saison 2012/13 übernommen hat. Auf dem Programm steht am 3. September 2013 im Staatstheater Braunschweig eine „Wagner-Gala“ aus Anlass des 200. Geburtstages des Bayreuther Musikgenies. Es handelt sich hierbei um eine Koproduktion mit den Salzburger Osterfestspielen. Auf dem Programm stehen unter anderen Ouvertüren und Vorspiele aus Wagners „Rienzi“, „Lohengrin“, „Der fliegende Holländer“ und „Tannhäuser“. Solist in der „Rom-Erzählung“ des Tannhäusers und der „Gralserzählung“ des Lohengrin ist Heldentenor Johan Botha, der regelmäßig an allen wichtigen Häusern und Festivals der Welt auftritt. In der Saison 2012/13 wird Johan Botha an der Metropolitan Opera (Otello), der Wiener Staatsoper (Meistersinger, Otello, Walküre), der Lyric Opera of Chicago (Meistersinger), bei den Osterfestspielen Salzburg (Parsifal), der Bayerischen Staatsoper München (Otello) und bei den Bayreuther Festspielen (Walküre) gastieren.
Am 22. September 2008 feierte die Sächsische Staatskapelle Dresden ihr 460-jähriges Bestehen: 1548 durch Kurfürst Moritz von Sachsen gegründet, ist sie eines der ältesten und traditionsreichsten Orchester der Welt. Zu ihren Leitern gehörten unter anderen Heinrich Schütz, Johann Adolf Hasse, Carl Maria von Weber und Richard Wagner, der das Orchester als seine „Wunderharfe“ bezeichnete. Richard Strauss war der Staatskapelle mehr als sechzig Jahre lang freundschaftlich verbunden und neun seiner Opern wurden in Dresden uraufgeführt; seine „Alpensinfonie“ widmete er der Staatskapelle. Ab 2013 wird die Sächsische Staatskapelle Dresden das Orchester der Osterfestspiele Salzburg, deren künstlerischer Leiter Christian Thielemann sein wird.
Soli Deo Gloria ist im Web 2.0. auf Facebook und Twitter präsent. Darüber hinaus kann man sich Soli Deo Gloria für das iPhone und das Soli Deo Gloria-Magazin 2013 für das iPad als kostenlose Apps aus dem iTunes Store herunterladen. Damit ist der Konzertbesucher dann immer in Bezug auf Programm und Künstler auf dem aktuellsten Stand.
